Eberhard Schneider
Wer bestimmt, was hilft?
Über die neue Zahlengläubigkeit in der Therapieforschung - Eine Streitschrift
Junfermann-Verlag Paderborn 1996, 181 S.
Im folgenden eine Kurzinfo über das Buch, dann eine Kapitelübersicht mit Links zu Leseproben.
Nach einer Forderung in "Psychotherapie im Wandel" (Grawe, Donati und Bernauer, 1994) sollen einige Psychotherapieformen ganz verschwinden, andere einer neuen wissenschaftlichen Über-Psychotherapie Platz machen; nach dem Psychotherapiegutachten werden Empfehlungen für die Zulassung von Psychotherapieformen gemacht. Haben nur Psychotherapien, die kontrollierten Wirksamkeitsstudien unterzogen wurden, eine Daseinsberechtigung ? Zur Beantwortung dieser Frage besucht der Autor die Welten von Psychotherapieforschung und Psychotherapie und "übersetzt" ihre Sprachen. Für Praktiker, Studierende und interessierte Laien gibt er einen Abriß über den Stand und die gegenwärtigen Fragen der Psychotherapieforschung. Ausführlich begründet wird das Facit der Untersuchung:
* Kontrollierte Vergleichsstudien sind nicht geeignet, Psychotherapien, deren optimale Dauer, Setting und theoretische Orientierung zu beurteilen (Seligman 1995)
* Der Versuch, Psychotherapieformen mittels der Vergleichsstudien zu qualifizieren und uniformieren, ist beim gegenwärtigen Stand der Forschung für die Entwicklung des Gesamtprojekts Psychotherapie kontraproduktiv.
Das Buch enhält Anregungen für PsychotherapeutInnen, ihre Praxisreflexion und Evaluation systematisch, nachvollziehbar und transparent zu gestalten - und sich andererseits gegen Übergriffe zu schützen, die mit dem Schlagwort "wissenschaftlich" das eine oder andere Vorurteil zur herrschenden Meinung machen wollen.
1. EINE ENTDECKUNGSREISE IN DIE WELTEN VON PSYCHOTHERAPIE UND PSYCHOTHERAPIEFORSCHUNG
2. ORTSTERMINE: ERFAHRUNGSWELTEN UND BEGRÜNDUNGSZUSAMMENHÄNGE DER PSYCHOTHERAPIE
3. IM ARSENAL: METHODEN DER TRADITIONELLEN THERAPIEFORSCHUNG
4. GRENZEN : PROZEßFORSCHUNG IN DER PSYCHOTHERAPIE
5. KARTOGRAFISCHE GESICHTSPUNKTE (1) : BEHAVIORISMUS UND PSYCHOTHERAPIE
6. KARTOGRAFISCHE GESICHTSPUNKTE (2): QUALITATIVE PERSPEKTIVEN
7. DIE BERNER SICHT
8. "PSYCHOTHERAPIE IM WANDEL"- EIN BEITRAG ZUR INTEGRATION?
9. MARTIN P. SELIGMAN ÜBER DIE WELTEN DER PSYCHOTHERAPEUTISCHEN PRAXIS UND DER PSYCHOTHERAPIEFORSCHUNG
10. TECHNISCHE RATIONALITÄT ODER REFLEKTIERTE PRAXIS
ANHANG (enthält einen Abschnitt: "Wie finde ich eine(n) gute(n) Psychotherapeut(in)", einen Abschnitt mit Anregungen zur Evaluation in der psychotherapeutischen Praxis, Literaturhinweise und Index).