Internationale Themen:


Gründung des Deutschen Dachverbandes fuer Psychotherapie (DVP)

Am 10.02.1996 wurde ein nationaler Dachverband für Psychotherapie gegründet. Die Initiative hierzu ging von der European Assoziation for Psychotherapy (EAP) aus. Frau Dr.med. Cornelia Krause-Girth, Uniklinik Frankfurt/a.M.organisierte ein erstes Treffen, zu dem die deutschen Psychotherapieverbaende und Weiterbildungsinstitute eingeladen wurden. Vertreter der EAP aus Großbritannien und Österreich (Prof. Emmy van der Deurzen- Smith, Prof. Digby Tantam, Dr. Heiner Bartuschka, Dr. Alfred Pritz) skizzierten in ihren Referaten die Ziele des Europaeischen Verbandes. Genannt wurden die Definition eines eigenständigen Berufsbildes Psychotherapie, die Festlegung einheitlicher Qualitäts- und Ausbildungsstandards und die formale Vereinheitlichung von grundlegenden Rechten und Pflichten bei der beruflichen Ausübung von Psychotherapie.

Es soll ein europäisch vereinheitlichtes Berufsbild geschaffen werden, das unabhängig von spezifischen Hochschulausbildungen ist und Methodenpluralität zuläßt. Nationale Dachverbände müssen hierfür die psychotherapeutischen Kräfte ihrer Länder zu einer Zusammenarbeit in diesem Sinne organisieren. Das Ziel dieser Arbeit ist, daß PsychotherapeutInnen in jedem europäischen Land unter gleichen Bedingungen ihrem Beruf nachgehen können. In seinem Bericht über die Gründungsversammlung schreiben HEINZMANN und KLÖCKNER in der Gestalt-Zeitung 1997: "Die österreichischen Referenten unterstrichen, daß durch die bisher gängige Praxis der Ausgrenzung von Nicht-Ärzten bzw. Nicht-Psychologen aus deutschen Fachverbänden und der auf Dominanz über andere Psychotherapieansätze angelegten Haltung der einzelnen Psychotherapieschulen zueinander, psychotherapeutischer Wildwuchs gefördert wird; also gerade das, was man vorgibt, verhindern zu wollen. Eine sinnvolle Qualitätskontrolle kann nur durch Integration aller in einem gemeinsamen Dachverband und durch eine alle umfassende Gesetzesregelung erreicht werden". Die beiden Autoren berichten weiter, daß nach Auskunft der Österreicher einiges dafür zu spricht, daß das österreichische Psychotherapiegesetz Modell für eine europaweite Regelung stehen wird.

Von den ca. 150 Teilnehmern der Tagung sollen es vornehmlich Vertreter der bereits in der Vergangenheit etablierten und einflußreichen Organisationen gewesen sein, die sich zurückhaltend und skeptisch zu einer Dachverbandsgründung aussprachen. Dieser wurde dann mit den Stimmen der meist kleineren Vereinigungen und Institutionen dennoch ins Leben gerufen.

Am 21.09.1996 fand die erste Mitgliederversammlung statt. Hier wurden Satzungsfragen des Verbandes geregelt, erste Arbeitsinhalte beschlossen und ein Vorstand gewählt. Als Vorstandsvorsitzende wurde Dr. Cornelia Krause-Girth gewählt. Dem Vorstand gehören weiterhin VertreterInnen der unterschiedlichen therapeutischen Orientierungen an. Arbeitsausschüsse zu den Themen Ausbildungs- und Qualitaetsstandards von Psychotherapie, Berufsethik, Gesetzesregelungen: "Psychotherapiegesetz" wurden geründet.

Die DVP steht psychotherapeutisch tätigen Einzelpersonen und Verbänden zur Mitgliedschaft offen. In diesem Sinne können wir nur alle, die sich angesprochen fühlen, zu einer aktiven Beteiligung in diesem Dachverband aufrufen. Geschäftsstelle: Deutscher Dachverband für Psychotherapie, c/o VAS Verlag Kurfürstenstr. 18, 60486 Frankfurt Tel.: (069) 77 93 66, Fax: (069) 707 39 67

Das dargestellte Material wird von den Teilnehmern der Mailingliste eingebracht und unterliegt ansonsten nur einer presserechtlichen Zensur. Jeder Beitrag verbleibt bis 4 Wochen an seinem Platz und wird dann gelöscht.


Die EFPPA

Die Wege zu einer Europäisierung im Bereich der Psychotherapie und Psychologie sind schon seit längerem beschritten. Bereits im Jahre 1981 wurde in Heidelberg die Europäische Föderation der Berufsverbände der Psychologen ins Leben gerufen. Gründungspräsident wurde der damalige Vizepräsident des Berufsverbandes Deutscher Psychologen Michael Hockel. Mittlerweile gehören der EFPPA 26 europäische Psychologenverbände an, sowie Israel als kooperierendes Mitglied.

Die fachlich-inhaltliche, die berufspolitische und berufsrechtliche Arbeit leisten die sogenannten "Task Forces". Diese bereiten Entscheidungen für die Generalversammlung vor, die alle 2 Jahre stattfindet. In den letzten Jahren wurden u.a. verabschiedet:

Es bestehen Task Forces für folgende Bereiche:

In der EFPPA Nach der EWG folgt die EU. Diese Entwicklung macht sich bemerkbar in der Angleichung der nationalen Rechte der beteiligten Länder an ein europäisches Recht. Die Auswirkungen werden sich in der Zukunft auch im Bereich der Psychotherapie bemerkbar machen. An dieser Stelle ist darum der Blick über den nationalen Zaun zum Nachbarn und EU-Mitglied möglich.

 


 

Die DPG (Deutsch Psychoanalytische Gesellschaft) ist wieder der IPV (Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung) beigetreten.

Die DPG hatte die IPV mitbegründet, mußte sie aber auf Druck der Nationalsozialisten wieder verlassen. Ihre Wiederaufnahme im Jahre 1949 scheiterte, ein Jahr später spaltete sich die DPV ab. Diese wurde im Jahr 1951 in die IPV aufgenommen.

Seither haben sich DPG und DPV zu eigenständigen, unterschiedlichen Fachgesellschaften mit jeweils eigenen Weiterbildungseinrichtungen fortentwickelt. Die DPV lehnte sich an die Weiterbildungsvorschriften der IPV an, die DPG entwickelte ihre eigenen. Die Unterschiede zwischen diesen Weiterbildungsrichtlinien bestehen insbesondere darin, daß den Kandidaten einer IPA-Mitgliedsgesellschaft die Verpflichtung auferlegt wird, zwei Behandlungsfälle hochfrequent (also mit vier Stunden pro Woche) zu behandeln und auch die eigene Lehranalyse mit vier Stunden wöchentlich zu führen. Ansonsten gibt es kaum zählbare Unterschiede, zumal die IPV ihren angeschlossenen Mitgliedsgesellschaften sehr viel Spielraum für die eigene wissenschaftliche Orientierung und die Gestaltung ihrer Weiterbildung läßt.

Wenn die DPG in die IPV zurückkehrt, wird sie damit wieder Anschluß an die internationale psychoanalytische Bewegung finden. Auch das Verhältnis zur Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung wird sich verändern; beide Fachgesellschaften werden auch in der IPV nebeneinander bestehen bleiben, wie dies auch in anderen Ländern nicht selten der Fall ist.