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3. Definitionen und metaphorische Gleichungen

Definitionen zu erstellen ist ein Ziel der Wissenschaft, metaphorische Gleichungen zu erzeugen ein Ziel professioneller Praxis. Den Unterschied zwischen beiden kann man sich so verdeutlichen (vgl. im folgenden Velleman 1989 und Buchholz 1996). Für eine Definition ist gefordert, daß das, was auf der einen Seite des Gleichheitszeichens steht, vollständig identisch ist mit dem, was auf der anderen Seite steht. Für metaphorische Gleichungen gilt das nicht. Dreht man das hier schon erwähnte Beispiel um, würde man PUMPEN SIND PINSEL erhalten und das ist offensichtlich unsinnig.

Der Wert der metaphorischen Gleichung läßt sich daran erkennen, daß sie die "Übertragung" von einem Bildfeld auf ein anderes ermöglicht; die Probe aufs Exempel ist der Umkehrtest. Die Erzeugung metaphorischer Gleichungen stellt eine Strategie zur Lösung professioneller Handlungsprobleme dar, die als definitorische "Fest"-Stellung mißverstanden und dann nicht als professionelle "Dar"-Stellung gewürdigt werden kann. Deshalb gibt es meist für das, was durch die metaphorische Gleichung festgelegt werden soll, zusätzliche andere Metaphoriken, die die allzu dogmatische Festlegung relativieren.

Darüber hinaus löst die Metapher nicht nur das Problem, antwortet nicht nur auf die Situation durch Komplexitätsreduzierung und Dimensionalitätssteigerung; sie löst auch den Professionellen aus der Situation und macht ihn handlungsfähig. Ist die Metapher kreiert, ziehen sich die von Schön beobachteten Gruppen nämlich erst einmal beruhigt zurück und das ist vergleichbar dem aus der therapeutischen Praxis bekannten Erleben, wonach eine gute Deutung auch den Therapeuten aus einer Verstrickung befreit. Man könnte dies direkt als Kriterium einer "guten" Metapher anführen.


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Infokontakt
Sat Apr 18 22:46:26 MET 1997