10|05|01

Reddemann, Luise
(unter Mitarbeit von Veronika Engl und Susanne Lücke)

Imagination als heilsame Kraft
- Zur Behandlung von Traumafolgen mit ressourcenorientierten Verfahren

Stuttgart (Pfeifer bei Klett-Cotta) 2001; Leben lernen 141; 182 Seiten


Rezension: Karl Weisensee

      Bekannt durch zahlreiche Vorträger in Lindau, durch Weiterbildungsangebote in der von ihr geleiteten Klinik in Bielefeld bringt Fr. Reddemann jetzt diese neue Veröffentlichung heraus - ein Kochbuch für Ihren Ansatz in der Traumtherapie. Dies ist keinesfalls abwertend gemeint. Es enthält wie jedes gute Rezeptbuch ganz praktische Handreichungen, stellt so etwas wie ein Manual Ihres  Ansatzes da und ersetzt fotokopierte Texte, die unter Kollegen schon lange zirkulierten. So enthält es grundlegende Texte zu Imaginationsübungen für die Stabilisierungsphase in der Traumabehandlung, die Beschreibung der klassischen Techniken der Traumaexposition und die Einbindung körpertherapeutischer und gestaltungs- therapeutischer Ansätze. Recht anschaulich wird vor allem die grundlegende Haltung ihres Ansatzes in der Traumatherapie dargestellt. Deutlich macht sie auch ihre Entwicklung: Ausgehend von einem eher klassischen psychoanalytischen Ansatzes stellt sie sich in einem langsamen und offensichtlich noch andauernden Prozess auf ihr Klientel ein. 
     Im ersten und umfangsreichsten Teil arbeitet sie die Wichtigkeit und den grundlegenden Charakter der Stabilisierungsphase heraus. Übungen wie zum sicheren Ort, zum inneren Beobachtern oder andere grundlegende Vorstellungsübungen für die Stabilisierungsphase stellt sie im Zusammenhang dar.Am Ende des Buches findet sich auch ein Verzeichnis der Übungen.
     Der zweite Teil beschäftigt sie sich mit den körpertherapeutischen Ansätzen.Eingebettet in Fallvignetten schildert sie und Veronika Engl Brema und Qui Gong bei Traumapatientinnen.
     Im dritten Teil geht es um die Traumaexposition und die von ihr empfohlenen Methoden, vor allem die Bildschirmtechnik, innerer Beobachter und EMDR.
     Kunst- und Gestaltungstherapie werden im vierten Teil dargestellt.
     Im letzten Teil geht es um den Abschluss der Traumaarbeit, die Integration und die nach der Behandlung fortlaufende Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte.

Kritische Anmerkungen: Was mir fehlt, ist ein Stichwortregister. Dies sollte heute eigentlich kein Problem mehr sein. Inhaltlich ließe sich zu dem dargestellten Ansatz viel sagen- auch kritisches. Dies überschreitet aber den Rahmen einer Rezension. Insgesamt bin ich der Meinung, dass dieses Buch für jeden Psychotherapeuten, der sich mit traumatisierten Patientinnen beschäftigt, eine Pflichtlektüre darstellt.

Karl Weisensee LII
http://www.trauma.response.com

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