Therapiemethoden:

Diese Seite enthält eine Darstellung einiger Therapieformen, die von Mitgliedern des AK Niedergelassener Psychologischer PsychotherapeutInnen Bielefeld e.V. angewandt werden. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit, wir werden uns jedoch bemühen, neue Verfahren aufzunehmen.

© Nachdruck auch auszugsweise nur mit Genehmigung der Autoren

Zur schnelleren Orientierung klicken sie aus dem Inhaltsverzeichnis einfach auf das Verfahren, daß Sie interessiert.



Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie basiert auf Erkenntnissen der sogenannten Lernforschung. Diese geht davon aus, daß jegliches Verhalten von Menschen - unter Verhalten versteht man Handeln, Denken und Fühlen - nicht angeboren ist, sondern erlernt wurde und folglich auch wieder verlernt werden kann. So wie im Laufe des Lebens viele positive Dinge erlernt werden - wie Laufen oder Sprechen - so können auch negative Dinge - wie Ängste oder Suchtverhalten - erlernt werden. Diese negativen Verhaltensweisen schränken das Leben der Betroffenen ein, weil keine angemessene Lebensbewältigung mehr möglich ist ( z. B. Angst, das Haus zu verlassen oder Angst vor anderen Menschen).

In der Verhaltenstherapie steht die Änderung eines konkreten negativen Verhaltens im Mittelpunkt. Zunächst wird gemeinsam eine sehr genaue Analyse des störenden oder schädigenden Verhaltens vorgenommen. Es wird versucht herauszufinden, welche äußeren und inneren Bedingungen das unerwünschte Verhalten aufrechterhalten. Anschließend werden typische Situationen gesammelt und genau analysiert. Gemeinsam wird überlegt, in welchen Situationen das Problem nicht so stark auftritt und welche Lösungsmöglichkeiten die KlientIn selber schon ausprobiert hat, um anders handeln zu können. Im weiteren Verlauf der Therapie unterstützt die TherapeutIn die KlientIn darin, diese störenden Verhaltensweisen wieder zu verlernen und schließlich ganz aufzugeben. Dafür ist es meistens notwendig, gleichzeitig eine andere neue Gewohnheit aufzubauen ( z.B. Sport statt Rauchen).

Die VerhaltenstherapeutInnen haben für diese Form der Therapie unterschiedliche Methoden entwickelt. Hier stehen an erster Stelle das Erlernen von Angstbewältigungsstrategien, Selbstsicherheitstrainings und sogenannte Selbstkontrollverfahren zum Abbau störender Gewohnheiten. Rollenspiele, Übungen vor Ort/im Alltag und Gruppentherapien sind weitere typische Methoden der Verhaltenstherapie.

Sie kann sowohl mit Erwachsenen als auch mit Kindern oder Jugendlichen durchgeführt werden.




RATIONAL-EMOTIVE VERHALTENSTHERAPIE (REBT)

Gegründet wurde diese Therapieform 1955 von Albert Ellis. Heute ist dieser Ansatz unter den Namen REBT, - Rational-emotive Verhaltenstherapie -, bekannt. Sie wird allgemein der klassischen Verhaltenstherapie zugeordnet, da aus diesem Verfahren viele Methoden in Theorie und Praxis der REBT verwendet werden.

Das besondere dieser Therapie ist die Betonung der Tatsache, daß hinter emotionalen Störungen immer ein zwanghaftes Sollen oder Müssen steht. Diese Vorgänge können bewußt oder unbewußt ablaufen. Albert Ellis nennt drei Formen dieser zwanghaften Grundhaltungen:



Ziel der Therapie ist eine neue Bewertung der Umstände und Lebensereignisse der KlientInnen, die schließlich zu einem Prozeß der emotionalen Befreiung führen können. Menschen werden in die Lage versetzt, eigene Probleme und Schwierigkeiten mit Zuversicht und Beharrlichkeit zu lösen.

Es passiert häufig, daß wir „irrationale Bewertungen“ vornehmen, die dann zur Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen führen können. Das REBT setzt methodisch beim Verändern des Denkens der KlientInnen an. Es geht darum, irrationalen Bewertungen und Einstellungen im therapeutischen Prozeß aufzulösen

Zusammenfassend kann man sagen, daß die Rational-emotive Verhaltenstherapie die Eigenverantwortlichkeit der KlientIn besonders betont. Psychische Probleme werden selbst geschaffen, weil an irrationalen Überzeugungen festgehalten wird und dadurch unsinnige, unrealistische Forderungen an sich selbst, an andere und an das Leben überhaupt gestellt werden.




NeuroLinguistisches Programmieren

NLP ist eine Abkürzung, die für NeuroLinguistisches Programmieren steht. Dies bedeutet, daß neurologische Vorgänge unser Verhalten, unsere Psyche und auch unser Immunsystem steuern.
Im Laufe unserer Entwicklung eignen wir uns dadurch bestimmte Verhaltens- und Reaktionsmuster an. Diese Muster entstehen in der Absicht, unser Leben angemessen zu gestalten und um Probleme und Schwierigkeiten gut bewältigen zu können. Manchmal ändern sich jedoch Lebensumstände und erworbene Verhaltensweisen und Strategien erbringen nicht mehr das gewünschte Ergebnis. Dann kann es notwendig werden, die alten Reaktionsweisen zu verändern. Eine Therapie kann diese Bemühung unterstützen.

NLP ist im Grunde keine eigenständige Therapie, sondern ein Verständnismodell, in welcher Art und Weise Menschen lernen und die Welt um sich herum wahrnehmen. Dieses Wissen kann wertvolle Hilfestellung für eine Therapie liefern, die sowohl tiefenpsychologisch fundiert als auch verhaltenstherapeutisch orientiert sein kann. Selbstverständlich können auch andere Therapieverfahren durch diese Methoden ergänzt werden.

Dem NLP liegt die Überzeugung zu Grunde, daß jeder Mensch alle Möglichkeiten in sich trägt, das eigene Leben zu gestalten und Probleme zu meistern. Die Fülle der eigenen Lebenserfahrungen brachte eine Vielzahl an Verhaltensweisen, Fähigkeiten und Kraftquellen hervor, die zur Problemlösung genutzt werden können.

Die Therapie hilft bei der Suche nach eigenen Kraftquellen. Sie unterstützt weiterhin den Prozeß, diese wiedergefundene Fähigkeiten und Kräfte für die Lösung von Problemen zu nutzen. Dies kann mit Hilfe von NLP-Methoden manchmal überraschend schnell gehen. Für bestimmte Probleme ist sinnvoll, der Veränderung mehr Zeit für eine Entwicklung zu geben. Jeder Mensch geht diesen Weg auf seine Weise, geprägt durch persönliche Qualitäten und Potentiale.

NLP setzt in der Gegenwart und bei Themen an, die Sie aktuell beschäftigen. Von dort ausgehend haben Sie die Möglichkeit herausfinden, was Sie mit Hilfe der Therapie für sich selbst erreichen möchten. Die weiteren Schritte bestehen dann darin, Ihre individuellen Lösungswege zu finden und nutzbar zu machen.

Seien Sie also nicht überrascht, wenn es in der NLP-Therapie weniger um Ihr Problem geht: damit haben Sie sich in der Vergangenheit schon oft genug beschäftigt. Statt dessen konzentrieren Sie sich in der Therapie mehr auf das Ziel, das Sie erreichen möchten und den Weg, der dorthin führt.
Links zu weiteren NLP - Seiten:
Homepage des DGNLP Instituts Westfalen
Homepage der AG NLP
Homepage von Leonhard Walczak
Homepage von Robert Dilts
Homepage von Toni Robbins
http://www.actwin.com/NLP/


Systemische Therapie (Paar- und Familientherapie)

Die grundlegende Annahme des systemischen Ansatzes besteht darin, daß psychisches Leid durch eine gestörte Kommunikation im jeweiligen System - meistens die Familie, in der man lebt - mitbedingt wird.

Familien lassen sich einteilen nach der Art und Weise, wie das Zusammenleben unter den Mitgliedern geregelt wird. Es gibt z. B. Familien, in denen geht es streng und rigide zu, in anderen ist es unverbindlich und regellos. Beides kann schädigend für die Entwicklung des Einzelnen - besonders für Kinder - sein.
In jeder Familie gibt es ausgesprochene und unausgesprochene Regeln. Diese ordnen das Zusammenleben und geben jedem Familienmitglied ein Zugehörigkeitsgefühl. Manchmal sind starre Regeln so einengend, daß einzelne Mitglieder der Familie nicht genügend Raum für die eigene Entwicklung haben und krank werden „müssen“, um durch ihre Krankheit auf etwas hinzuweisen. Dabei ist es häufig der Fall, daß nur ein einzelnes Familienmitglied Symptome ausbildet, aber dadurch auf eine Störung im gesamten System hinweist. Eine magersüchtige Tochter kann z. B. durch ihre Verweigerung auf ein zu starres System hinweisen, in dem das Ausleben von Gefühlen zu wenig Raum hat. Oder es kann sein, daß ein bettnässendes Kind auf einen verdeckten Konflikt zwischen den Eltern hinweist. Diesen gilt es dann in der Therapie zu bearbeiten.

In der systemischen Therapie wird versucht, mit allen Beteiligten die Besonderheiten der jeweiligen Familie (oder des Paares) zu erforschen. Dies können zu starre Regeln sein, z. B. „Bei Tisch wird nicht geredet“ oder versteckte Aufträge der Großelterngeneration, z. B. „Macht es besser als wir“. Die Symptome drücken den Widerstand eines Familienmitgliedes gegen die einengenden Regeln oder Aufträge aus, der anders nicht gezeigt werden darf.

FamilientherapeutInnen gehen davon aus, daß niemand vorsätzlich schuldig ist, aber manchmal aus Hilflosigkeit oder Unwissenheit die falschen Mittel wählt. Im therapeutischen Prozeß wird untersucht, ob jede Person die eigenen Bedürfnisse angstfrei und mit Wertschätzung der anderen Mitglieder ausleben kann und ob es für jeden genügend Freiräume gibt. Wenn sich herausstellt, daß dies nicht möglich ist, wird gemeinsam nach neuen Möglichkeiten gesucht. Es werden z. B. neue Regeln gefunden, Diese werden dann zu Hause geübt, damit die Familie künftig störungsfrei leben kann und niemand krank zu werden braucht.

Falls es möglich ist, wird mit der ganzen Familie gearbeitet. Es ist aber auch sinnvoll, mit Teilen der Familie oder sogar mit Einzelnen systemisch zu arbeiten. Wenn sich eine einzelne Person verändert, wird dies zwangsläufig Änderungen in der ganzen Familie nach sich ziehen.






Kindzentrierte Spieltherapie

Die kindzentrierte Spieltherapie ist die Variante der klientzentrierten Gesprächspsychotherapie für Kinder. Erwachsene sind in der Lage, ihre aktuelle seelische Verfassung durch Sprache mitzuteilen. Kinder drücken ihre Befindlichkeit vorrangig im Spiel aus und setzen sich dabei mit eigenen Problemen und Gefühlen auseinander.
Spieltherapie schafft für das Kind einen Freiraum, in dem es sich einerseits bewegen kann und andererseits Erlebnisse und Gefühle auf individuelle Art im Spiel erfahren kann. In den Spieldarstellungen des Kindes werden Wünsche, Probleme, emotionale Beziehungen zu den Eltern und anderen wichtigen Bezugspersonen deutlich. Indem die TherapeutIn dem Kind die eigenen Gefühle spiegelt, können diese bewußt wahrgenommen werden und somit eine Auseinandersetzung ermöglichen.

Dem Kind werden in der Therapie unterschiedliche Spielmaterialien angeboten, z. B. Puppen, Farben; auch Dinge, mit denen das Kind Wut ausdrücken kann, und vieles, was zum kreativen Gestalten anregt.
Die Spieltherapie eignet sich für Kinder ab 5 Jahre (in Einzelfällen schon früher). Dabei richtet sich der Anteil von Spiel und Gespräch nach dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes. Geeignet ist die Spieltherapie für Kinder, die unter Ängsten und Unsicherheiten leiden und für Kinder, die oft traurig sind und sich sozial zurückziehen. Behandlungen sind auch möglich bei Kindern mit psychosomatischen Störungen, wie z. B. chronischen Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Asthma, Hautproblemen, Schlafstörungen und Alpträumen.
Für aggressive und überaktive Kinder eignet sich besser die Kindervariante der sogenannten Verhaltenstherapie( Siehe unten).

Eine Spieltherapie dauert in der Regel zwischen 1 - 2 Jahren. Es werden wöchentliche Kontakte vereinbart. Die Therapie wird meistens begleitet durch Elternberatung, in denen besprochen wird, wie Eltern ihre Kinder unterstützen können.

Wenn im Laufe des therapeutischen Prozesses deutlich wird, daß das Kind Probleme ausdrückt, die die ganze Familie betreffen, wie z. B. bei Scheidung oder Überbelastung der Eltern, ist zu überlegen, ob nicht eine Familientherapie ( siehe unten) sinnvoller ist.






Psychoanalyse/

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Diese Therapieformen beruhen auf der Erkenntnis, daß viele seelische Phänomene unbewußt ablaufen. Gleichzeitig sind diese nicht bewußten Vorgänge von großer Bedeutung für die körperliche und seelische Gesundheit bzw. Krankheit. Durch die frühe Kindheitsgeschichte erwirbt jeder Mensch eine psychische Struktur, die das Selbsterleben, den Umgang mit Gefühlen, moralische Vorstellungen und das Gestalten von Beziehungen bestimmt. Aktuelle Probleme, Störungen und Konflikte sind dabei Ausdruck von Konflikten und Traumatisierungen, die in der frühen Kindheit erlebt und unzureichend verarbeitet wurden.

Die analytisch begründeten Therapien eignen sich für Erwachsene und in einer eigenen Form auch für Kinder. Sie lassen sich als Einzeltherapie und als Gruppentherapie durchführen. Voraussetzung beim/bei der PatientIn ist die Bereitschaft, unbewußte Konflikte aufzuspüren und die Fähigkeit, sich selbst zu reflektieren.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Hier wird von einem oder mehreren begrenzten aktuellen Konflikten ausgegangen. Auftretende Gefühle werden aufgearbeitet und es wird ein Bezug zu wichtigen frühen Erlebnissen und Beziehungsmustern hergestellt. Die damit verbundenen „alten“ und oft verdrängten Gefühle werden aktuell wiederbelebt. Eine neue und bewußte Auseinandersetzung mit den alten Erfahrungen wird dadurch ermöglicht. Der Umgang mit den aktuellen Problemen verändert sich.

Man kann tiefenpsychologische Therapie mit der Renovierung einiger Räume eines Hauses vergleichen, verbunden mit der Vorstellung vom Versetzen einiger Mauern.

Psychoanalyse

Eine psychoanalytische Behandlung dagegen gleicht der grundlegenden Erneuerung eines Gebäudes, die auch die Instandsetzung von statisch tragenden Mauern zum Ziel hat. Eine solche Veränderung erfordert natürlich mehr Zeit und Aufwand, in der Regel dauern diese Therapien mehrere Jahre.

Typische Methoden der Psychoanalyse sind die Arbeit mit Assoziationen, Träumen und die Deutung von Reaktionen der KlientIn gegenüber der TherapeutIn und anderen Personen des sozialen Umfeldes. In diesen Äußerungen lassen sich unbewußte Phänomene aufspüren, die aktuelle Gefühle und Verhaltensweisen bestimmen. Durch die Auseinandersetzung mit diesen verborgenen Anteilen und dem allmählichen Vordringen in tiefere Schichten des Unbewußten können früher nicht ausreichend bewältigte Entwicklungsschritte nachgeholt werden.



Gestalttherapie

Die Gestalttherapie entwickelte sich als eigenständige tiefenpsychologisch orientierte Schule, die in sich vielfältige Strömungen vereinigt. Der Mensch wird als Einheit von Geist, Seele und Leib betrachtet, die sich in einem beständig fließenden Prozeß von Aktivität und Austausch mit der Umwelt befindet.

Durch seine gesamten bisherigen Lebenserfahrungen hat jeder Mensch seine persönlichen Muster entwickelt, sich und die Welt wahrzunehmen, zu fühlen, sich zu verhalten, sich auszudrücken und

das eigene Leben zu gestalten. Nicht immer jedoch reichen die entwickelten Muster aus und sind sogar hinderlich, um in der gegenwärtigen Lebenssituation sinnerfüllt und zufrieden leben zu können. Im Kontakt mit der Umwelt können dann Störungen entstehen.

Gestalttherapie versucht, diese Kontaktstörungen und Blockaden im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Verhalten erlebbar und bewußt zu machen. Die TherapeutIn hat die Aufgabe, die KlientIn in diesem Prozeß zu unterstützen. Als Methoden werden neben Gesprächen, Wahrnehmungs- und Körperübungen, Rollenspielen und Traumarbeit auch kreative Medien eingesetzt. Es wird versucht, den Entstehungshintergrund einer Störung mit dem Problem, - das im Vordergrund steht -, zu verbinden.

Dadurch kann die eigene Geschichte verstanden und gewürdigt werden kann.

Mit Hilfe von gestalttherapeutischen Methoden kann ein Weg eröffnet werden, sich von hinderlichen Mustern zu verabschieden und sich mit inneren Widersprüchen auszusöhnen. Es geht aber auch darum, individuell vorhandene Fähigkeiten weiterzuentwickeln und neue Talente zu entdecken. So werden die in einem jeden Menschen angelegten Selbstheilungspotentiale reaktiviert.

Gestalttherapie eignet sich für Erwachsene, Paare, Familien und Gruppen. Es gibt zusätzlich eine gestalttherapeutisch orientierte Kindertherapie.

Der gestalttherapeutische Ansatz ist für die Begleitung in belastenden Lebenssituationen ebenso geeignet wie für die Behandlungen der verschiedenen psychischen Störungen. Durch die Orientierung am Kontakt und die methodische Vielfalt kann Gestalttherapie bei Neurosen, bei Charakterstörungen und bei psychotischen Entwicklungen angewendet werden.



Gesprächspsychotherapie

Der Gesprächspsychotherapie liegt die Idee zugrunde, daß die Psyche des Menschen ständigen Wachstumsprozessen unterliegt. Diese Prozesse können in bestimmten Phasen des Lebens durch ungünstige äußere Bedingungen (z. B. Krankheit, Trennung) oder durch nicht genügend innere Stabilität blockiert werden, so daß keine psychische Weiterentwicklung mehr stattfinden kann. Dies äußert sich dann in einem Gefühl von Ausweglosigkeit, ständigem Grübeln oder einer inneren Leere.

Ziel der Therapie ist es, den inneren Wachstumsprozeß wieder in Gang zu setzen und eine Weiterentwicklung zu ermöglichen. Dies ist die Basis dafür, eigenständig und selbstverantwortlich Lösungen für Probleme zu finden.

Die Besonderheit der Gesprächspsychotherapie liegt auf der Bedeutung der therapeutischen Beziehung zwischen KlientIn und TherapeutIn. Eine entspannte und angstfreie Stimmung in den Sitzungen soll dabei helfen, sich selber reflektieren zu lernen. Die TherapeutIn sollte umfassende Akzeptanz, echte Anteilnahme und bedingungslose Wertschätzung gegenüber den KlientInnen zeigen. Die meisten Menschen haben leider im Laufe ihres Lebens gelernt, daß sie von anderen nur akzeptiert und gemocht werden, wenn sie bestimmte erwünschte Verhaltensweisen zeigen. Solche Erfahrungen aus der Kindheit erschweren es Erwachsenen, diese Gefühle auszuleben.

Aus diesem Grund steht in den Sitzungen die KlientIn mit ihren Gefühlen - auch mit den momentan blockierten - im Mittelpunkt des therapeutischen Geschehens. Der Bericht der KlientIn geben der TherapeutIn einen Einblick in deren/dessen augenblickliche/r seelische/r Verfassung. Die TherapeutIn kann herausfinden, welche Gefühle nicht mehr wahrgenommen werden (oftmals Ärger oder Trauer).

Die Aufgabe der TherapeutIn besteht darin, sehr aufmerksam zuzuhören und sich in die augenblickliche Gefühlslage der KlientIn zu versetzen. Dabei sollten insbesondere die kaum auszuhaltenden oder nur schwer zugänglichen Gefühle wahrgenommen und von der TherapeutIn zurückgemeldet werden. Diese ist eine Art Spiegel, der ausspricht, was er hört und sieht. Geht diese Spiegelung einher mit viel Wertschätzung für die gesamte Person - und allem, was sie tut oder nicht tut - kann sich die KlientIn nach einiger Zeit selber besser annehmen und wertschätzen. Dadurch steigt das eigene Selbstwertgefühl. Konkrete Probleme oder Symptome können wieder bearbeitet werden.

GespächspsychotherapeutInnen gehen davon aus, daß Symptome immer einen Sinn haben und sogar bestimmte Ziele verfolgen, mögen sie auch noch so unsinnig oder selbstschädigend erscheinen (wie z. B. bei einer Sucht).Diesen Sinn gilt es in der Therapie herauszufinden. Erst dann ist es möglich, neue - weniger leidvolle oder selbstschädigende - Wege zu entwickeln und im Alltag umzusetzen.




Focusing

Focusing wurde in den 60er Jahren von Eugene Gendlin, einem langjährigen Mitarbeiter von Carl Rogers, in den USA entwickelt und entstammt der personenzentrierten Psychotherapie.

Focusing ist eine Art Innenschau und diese ein Hineinspüren in sich selbst: die KlientInnen versuchen, sich im Gespräch mit der TherapeutIn ganz auf die aufsteigenden körperlichen Empfindungen einzulassen und sie intensiv zu spüren. Anstatt über das Problem nachzudenken und es zu analysieren, macht Focusing alle Aspekte dieses Problems lebendig. Focusing schafft Distanz zum eigenen Problem und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Vorgänge im eigenen Körper. Gedanken, Gefühle, innere Bilder und Erinnerungen werden mit diesen körperlichen Vorgängen in Verbindung gebracht. Dies kann zu einer genaueren Problemerfassung und Lösung führen.

Focusing ist ein möglicher Weg mit sich selbst in Kontakt zu kommen und zu bleiben. Der Therapieprozess geschieht im Zustand tiefer Entspannung, innerer Achtsamkeit und Absichtslosigkeit und besteht aus mehreren aufeinanderfolgenden Schritten.


Focusing ist zur Intensivierung von therapeutischen Prozessen mit jeder anderen therapeutischen Methode kombinierbar.



Integrative Therapie

Die Integrative Therapie gründet sich auf einem ganzheitlichen Menschenbild. Sie nimmt den Menschen wahr in seiner Leiblichkeit, in seinem sozialen Umfeld, in seinen lebensgeschichtlichen Zusammenhängen und mit seinen Lebensentwürfen.

Psychische Störungen und Erkrankungen können im gesamten Lebensverlauf entstehen und werden verstanden als Ausdruck von zu vielen Belastungen, Konflikten, Verletzungen und von fehlenden, fördernden, stützenden und schützenden Erfahrungen.

Zielsetzungen der therapeutischen Arbeit sind:



Das konkrete therapeutische Vorgehen orientiert sich am aktuellen Thema, das mitgebracht wird oder in der Stunde entsteht. Mit Hilfe von Austausch, Wahrnehmungsintensivierung, Differenzierung und zum Teil intensivem Ausdruck entsteht eine gemeinsame Suche nach erklärenden Zusammenhängen, Verständnis und Veränderungsmöglichkeiten und psychische Entlastung.
Zur Verdeutlichung und Bearbeitung kommen vielfältige, auch nichtsprachliche Methoden und Techniken zum Einsatz (Malen, plastisches Gestalten, Arbeit mit Symbolen, Vorstellungen und Träumen, Rollenspiele, Körperwahrnehmungen und -ausdruck, Bewegung).

Die Integrative Therapie verbindet und erweitert Konzepte der Psychoanalyse, der Gestalttherapie, des Psychodramas sowie verhaltenstherapeutische und körperorientierte Ansätze zu einem übergreifenden Verfahren.



Hypnotherapie

Die Hypnotherapie entwickelte sich aus der traditionellen Hypnose, die eine lange Geschichte als medizinisches und psychotherapeutisches Heilverfahren besitzt. Mit Hilfe von Hypnosetechniken können Menschen lernen, sich ihre Erinnerungen, Assoziationen und persönlichen Fähigkeiten für die Erreichung ihrer eigenen Ziele nutzbar zu machen.

Die Hypnotherapie geht davon aus, daß viele Konflikte und Probleme dem “normalen” Bewußtsein schwer zugänglich sind und sich somit unbewußt in psychischen und psychosomatischen Störungen ausdrücken.
Der spezielle Bewußtseinszustand der Trance (= Versenkungszustand) wird dabei systematisch genutzt, um gedankliche, gefühlsmäßige und körperliche Veränderungen einzuleiten. Dabei geht es nicht - wie oft angenommen - um Beeinflussung (Suggestion) durch die TherapeutIn. Vielmehr werden Kontrolle und Verantwortung beibehalten und die eigenen Fähigkeiten und Stärken wiedererlebt.

Die Trance ist ein natürlicher Zustand, der auch im Alltag, z. B. in Tagträumen oder der Vertiefung in ein Buch oder einen Film auftritt und im Prinzip jedem bekannt ist. Auch in solchen Alltagssituationen handelt es sich um einen speziellen Bewußtseinszustand, der sich durch gerichtete Aufmerksamkeit, geringe Störbarkeit und ein verzerrtes Zeitgefühl auszeichnet.

Folgende Veränderungen sind das Ziel:

· Entwicklung neuer Verhaltensmöglichkeiten durch Anregung der Phantasie und des Vorstellungsvermögens
· Bewältigung problematischer Situationen der Vergangenheit durch Bearbeitung fehlender Erfahrungen oder Hemmnisse
· Entwicklung kreativer Problemlösungen durch die Entdeckung persönlicher Stärken und Fähigkeiten

Hypnotherapien lassen sich u. a. bei Angststörungen, Depressionen, traumatischen Reaktionen, Suchterkrankungen, Schmerzzuständen und einer Reihe von psychosomatischen und körperlichen Störungen anwenden.





Katathym-imaginative Psychotherapie (K.i.P.)

Die katathym-imaginative Psychotherapie (K.i.P.) oder das katathyme Bilderleben (K.B.) ist eine tiefenpsychologisch fundierte Methode. Sie basiert auf der Annahme, daß einer aktuellen psychischen Symptomatik unbewußte Konflikte zugrunde liegen, die mit Hilfe von Imaginationen (Vorstellungen) dem Bewußtsein zugänglich gemacht werden können.

Die TherapeutIn regt die PatientIn zu einem Tagtraum an und begleitet sie/ihn dabei. Der Zugang zu sinnlichen und emotionalen Wahrnehmungen wird dabei gefördert. Die dabei auftauchenden Inhalte repräsentieren die „Seelenlandschaft“ (griechisch: katathym = von der Seele abhŠngig) eines Menschen. Das im Anschluß an die Imagination gemalte Bild dient als Grundlage für einen gemeinsamen Auswertungsprozeß. Das in der †Übung entstandene Material zeigt psychische Strukturanteile, die sich aus verschiedenen Inhalten zusammensetzen können, z. B. aus unbewußten inneren Einstellungen und Haltungen, aus Wünschen, kreativen Fähigkeiten und Stärken, aus aktuellen und vergangenen Beziehungserfahrungen und Konflikten.

Der therapeutische Prozeß kann hier als kreativer Bearbeitungsprozeß gesehen werden. Die mit speziellen Motiven angeleiteten und von der TherapeutIn begleiteten Tagträume, das Erstellen der Bilder und die symbolische oder sprachliche Auseinandersetzung mit dem Erlebten wird von KlientInnen häufig als angenehme und anregende Erfahrung erlebt.
Ziel der Therapie ist die Ich-Stärkung- und Stabilisierung. Die Auseinandersetzung mit den unbearbeiteten Konflikten, die Auflösung von Abwehr, die Bearbeitung von €Ängsten (Konfrontation mit realen Situationen) und die Aufdeckung und Aufarbeitung von verdrängten Inhalten sind weitere Schwerpunkte der K.i.P.

Ein wichtiger Anwendungsbereich sind Kurzzeittherapien von 15 - 30 Sitzungen und Kriseninterventionen, bei denen der Schwerpunkt auf der Förderung von Problemlösungen liegt. Als Langzeittherapieform kann die K.i.P. als Persönlichkeitsstruktur verändernde Behandlung bei den meisten psychischen Erkrankungen angewandt werden. Mit diesem Verfahren ist insbesondere die Aufarbeitung von traumatisierenden Lebenserfahrungen mit der Rückführung verdrängter Inhalte in das Bewußtsein möglich.

K.i.P. wird sowohl mit Erwachsenen als auch mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt.





Psychodrama

Der Begründer des Psychodramas (Moreno) nennt diese Methode "Tiefentherapie der Gruppe".

"Im Psychodrama werden nicht nur vergangene, gegenwärtige und zukünftige, real erfahrene- und vorstellbare Episoden gespielt und erlebt (...). Im Psychodrama können auch Erfahrungen gemacht werden, die über die Wirklichkeit hinaus ein neues und umfassenderes Wirklichkeitserleben ermöglichen.“ (Moreno, 1974)

Im Psychodrama wird davon ausgegangen, daß die Wahrheit der Seele erst durch das Handeln zu erfahren sei. Wichtiger als das Individuum ist die zwischenmenschliche Begegnung. Sich für die Begegnung mit den Mitmenschen und der Welt um sich herum zu öffnen ist im Psychodrama gleichbedeutend damit, sich für die eigene Spontaneität und Kreativität zu öffnen.

Psychodrama ist als Therapie zwischenmenschlicher Beziehungen konzipiert. Beziehungsstörungen können die Ursache für psychische Störungen sein; diese haben wiederum Auswirkungen auf aktuelle Beziehungen. Obwohl Psychodrama auch als Einzeltherapie (als Monodrama) verwendet werden kann, ist es in erster Linie als Gruppentherapie gedacht.

Mit Hilfe des psychodramatischen Spiels können die Beziehungsstörungen bearbeitet werden. Eine Psychodramasitzung läuft in 3 Phasen ab:



Ziel der Therapie ist die Förderung der Vielfalt und Flexibilität individuellen Verhaltens, die Entwicklung der Eigenkreativität und Spontaneität, die Erweiterung der Beziehungsfähigkeit sowie die Behebung der vorhandenen Störungen im zwischenmenschlichen Bereich. Durch neue Erfahrungen im Psychodrama kann das Vertrauen zu sich selbst und die eigene kreative Kraft gefördert werden, um in belastenden und problematischen Situationen zu neuen und angemesseneren Lösungsansätzen zu gelangen.

Es gibt viele verschiedene Anwendungsformen des Psychodramas. Mit Hilfe von Puppen und Masken können sowohl Kinder als auch Erwachsene zu neuen und erweiterten Ausdrucks- und Verhaltensweisen finden. Für das Psychodrama wird ein Mindestmaß an Beziehungsfähigkeit, Einfühlungsvermögen und Konfliktvermögen vorausgesetzt.




Kreative Therapie

(Kunsttherapie, Musiktherapie, Tanztherapie, etc.)

Die Kreative Therapie ist eine Therapieform, die zum Teil ganz spezifische Verfahren kennzeichnet (Kunsttherapie, Musiktherapie, expression corporelle, Tanztherapie, etc.), die aber auch auf ein Verfahren hinweist, das diese unterschiedlichen Elemente von Kreativität integriert. Gemeinsam ist diesen Therapieverfahren, daß sie einen Zugang zu schöpferischen Prozessen eröffnen. D. h. sie steigern einerseits allgemein die Sensibilität, die differenzierte Selbst- und Fremdwahrnehmung, also die Wahrnehmung körperlicher, emotionaler und geistiger Empfindungen und ebenso die soziale Wahrnehmung und die Wahrnehmung der Umwelt; andererseits verbessern sie die Ausdrucksfähigkeit, also die Fähigkeit zur Selbstdarstellung und die Kontaktfunktion.
Das Medium oder Ausdrucksmittel, mit Hilfe dessen die Arbeit an Wahrnehmung und Ausdruck stattfindet, z. B. Ton, Farbe und Papier, Musik, Bewegung, Tanz, etc., kennzeichnet häufig das spezifische Verfahren. Dieses Medium dient als Vermittler sowohl zwischen dem „Ich“ und den inneren Vorgängen als auch zwischen dem „Ich“ und dem Gegenüber. Außerdem läßt es Konfliktmaterial oder psychische Blockaden offensichtlich werden und macht sie häufig durch diese Art der Vorgehensweise erst einer weiteren therapeutischen Bearbeitung zugänglich. Die hierbei entstandenen „realen“ Produkte ermöglichen das Kennenlernen der blockierten oder gehemmten Verhaltensweisen, fördern die Auseinandersetzung mit dem Konfliktmaterial und regen zum Erproben alternativen Verhaltens an.
Das Indikationsspektrum der Kreativen Therapie ist ebenso breit gefächert wie ihre Methodenvielfalt: Es reicht von der Arbeit mit geistig und psychisch Behinderten, mit Frühgestörten bis hin zu der Arbeit mit den verschiedenen Neuroseformen. Psychosomatiker können von ihr ebenso profitieren wie Patienten mit geringer Introspektionsfähigkeit und intellektualisierender Abwehr. Die Kreative Therapie kann mit Kindern und Erwachsenen, in Gruppen- wie in Einzeltherapie angewandt werden.




Biodynamische Körperpsychotherapie

- tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapieansatz n. Gerda BOYESEN -

Den Ansatz der Biodynamischen Körperpsychotherapie hat G. BOYESEN vor allem auf der Grundlage der Arbeit von W.REICH (und O.RAKNES) weiterentwickelt, letztlich auf der Basis der Psychoanalyse Sigmund FREUDs.
Das Therapieverfahren ist als ‘Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie’ zu verstehen und einzuordnen.
G.BOYESEN hat besonders das feine Zusammenspiel zwischen psychischer und körperlicher Ebene erforscht, was im Titel ihres ersten Buchs „Über den Körper die Seele heilen“ (oder im französischen Originaltitel „Entre psyché et soma“) deutlich wird.
Ein Mensch ‘verkörpert’ buchstäblich seine Neurose, wenn er unter ungünstigen Bedingungen aufwächst, und Emotionen (aus Angst) immer wieder ungeäußert bleiben.
Typisch für den Therapieprozeß ist, daß der individuelle Ent-wicklungs-Weg des/der Klienten/in bzw. Patienten/in ihm/ihr folgend unterstützt wird, und zwar sowohl auf der Gesprächs- wie auch auf der Körperebene, je nach Bedarf und Bedürfnis der Person. (Daher der Name: Bio-dynamik = der Bewegung der ‘Lebensenergie’ folgend bzw. sie unterstützend)
Die ‘Schichten’ der neurotischen Anspannung können so nach und nach ‘schmelzen’, teils durch das psychotherapeutische Gespräch, teils durch Entspannungsarbeit oder biodynamische Massage (kaum zu vergleichen mit herkömmlicher Massage).
Bei der Körperarbeit werden z.T. die Geräusche der Peristaltik (‘das Bauchgluckern’) mit einem elektrischen Stethoskop hörbar gemacht, was eine wichtige Feedbackfunktion für den /die TherapeutIn hat ( evtl. auch für den/die Pat.).
Zusammenfassend wird die biodynamische Körperpsychotherapie häufig als ein eher ‘sanfter’ aber sehr wirksamer, oder als ein ‘weiblicher’ Psychotherapieansatz bezeichnet, der die psycho-physi-sche Ganzheitlichkeit betont und bei vielen Indikationen ein geeigneter Weg sein kann.


Bioenergetische Analyse

Die bioenergetische Analyse fußt als körperorientiertes Verfahren auf dem psychoanalytischen Gedankengut Sigmund FREUDs und dem charakterologischen Ansatz von Wilhelm REICH. Der Begründer dieses Verfahrens, Alexander LOWEN, geht davon aus, daß sich die persönlichen Probleme eines Menschen in seinem Körperausdruck zeigen. Nach traumatischen Ereignissen in früher Kindheit und auch im späteren Leben schützt sich der menschliche Organismus durch psychischen Rückzug und muskuläre Verspannungen vor der Wiederholung von Verletzungen und auch vor der Erinnerung daran.

Bioenergetik ist ein Weg, die Persönlichkeit eines Menschen durch seinen Körperausdruck und den damit verbundenen energetischen Prozessen zu verstehen. Diese Prozesse, d. h. die Energieproduktion durch Atmung und Stoffwechsel und die Umsetzung der Energie in Bewegung sind grundlegende Vorgänge des Lebens. Der Vorrat an eigener Energie und der Umgang mit dieser bestimmen die Antworten eines Menschen auf verschiedene Lebenssituationen. Je mehr Energie frei in Bewegung und Ausdruck umgesetzt wird, desto besser kann mit den Anforderungen des Lebens umgegangen werden.

Als Therapieform verbindet die Bioenergetische Analyse die Körperarbeit mit der Arbeit an Geist und Gefühl. Eine Körperanalyse gibt z. B. aufgrund der Form und der Beweglichkeit des Körpers, sowie des Atemmusters Aufschluß über die seelischen Probleme einer Person.

Hierbei werden als Methoden angewendet:



In der Behandlung stehen die Annahme und das Verstehen der Person im Mittelpunkt. Mit Hilfe von Massagen, Druckanwendungen und sanften Berührungen können muskuläre Verspannungen gelöst werden und unterdrückte Gefühle zum Ausdruck kommen. Auf diesem Wege wird ein tiefgehender emotionaler Zugang zur eigenen Lebensgeschichte möglich. Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung der natürlichen Ausdrucksfähigkeit der Person, das Zulassen von tiefen, unterdrückten Gefühlen und das Zurückgewinnen von einmal vorhandener Lebensfreude, Liebesfähigkeit und Vitalität.

„Das Gefühl von Freude basiert auf einer Leidenschaft für das Leben“. (A. LOWEN)

Bioenergetische Analyse eignet sich besonders bei Ängsten, Depressionen und Beziehungsstörungen.



Psychoorganische Analyse

Die Idee der POA (Psychoorganische Analyse) basiert auf einer Integration verschiedener therapeutischer Richtungen (Psychoanalyse, Körpertherapie, humanistische Psychologie) mit neuen theoretischen Ansätzen. POA beinhaltet ein ganzheitliches Konzept, in dem es um folgendes geht:


Das Ziel besteht darin, daß eine Person lernt, sich so anzunehmen, wie sie ist und nur gezielt Veränderungen vorzunehmen. Dabei ist es wesentlich, den Zugang zu tiefen Wünschen und inneren Impulsen zu finden und ihnen entsprechend den realen inneren und äußeren Möglichkeiten Raum zu geben. POA unterstützt KlientInnen in ihrem verbalen Ausdruck. Darüber hinaus hilft sie, den eigenen Sinn und eigene Empfindungen im emotionalen und körperlichen Ausdruck zu finden. Im therapeutischen Prozeß wird eine Verbindung zwischen Gefühl, Ausdruck und Situation hergestellt, da diese eine energetische Einheit bilden.

In der Therapie kann eine Person bisher Unaussprechbares mitteilen lernen. Dies bezieht sich auch auf unterdrückte Wünsche der Vergangenheit und Gegenwart. Die Methode ermöglicht den Menschen, Probleme zu lösen und die eigenen Lebensverträge aufzudecken.

POA arbeitet mit der Welt des Geistes, also dem Verstand, als auch mit der unbewußten Welt der inneren Bilder, Träume und Visionen. Die innere Haltung eines Menschen drückt sich in seiner Körperhaltung und körperlichen Symptomen aus. Dies wird auch in psychosomatischen Leiden deutlich (Schmerzen, Migräne). Körperarbeit kann ein guter und direkter Zugang zum Unbewußten sein und Menschen direkt mit ihren Gefühlen in Kontakt bringen. Ziele der POA sind:



Es besteht die Annahme, daß es in jedem Menschen einen gesunden Kern gibt, zu dem der Therapeut immer wieder einen einfühlenden Kontakt herstellt.



Frauenspezifische Ansätze in der Psychotherapie

Die psychotherapeutische Behandlung von Frauen nimmt in der Gesundheitsversorgung einen besonders hohen Stellenwert ein: 2/3 aller Behandelten sind weiblich. Eine frauenspezifische Psychotherapie will diesem Sachverhalt gerecht werden und hat Modelle entwickelt, in denen die besondere gesellschaftliche Situation von Frauen berücksichtigt wird. Dabei geht es nicht um die Bereitstellung einer zusätzlichen Therapiemethode, sondern um ein erweitertes Verständnis von psychischen Problemen und Störungen. Die Symptome und das Leid von Frauen werden nicht vorrangig als Zeichen einer individuellen Störung begriffen, sondern vor allem als Ausdruck benachteiligter Lebensbedingungen.

Die nach wie vor geschlechtsspezifische Sozialisation, die soziale und ökonomische Benachteiligung, die oft vorhandene Mehrfachbelastung durch Familie und Beruf und vor allem die fehlende sexuelle Selbstbestimmung hinterlassen Spuren und Wunden im psychischen Erleben. Insbesondere sind es (sexuelle) Gewalterfahrungen, die psychische Störungen wie z. B. Ängste, Depressionen und Eßstörungen nach sich ziehen können. Hinzu kommt die teilweise Abwertung der Frauenrolle.

Vor dem Hintergrund von Belastung, Abwertung und Traumatisierung mit ihren möglichen psychischen Folgen hat die frauenspezifische Psychotherapie einen parteilichen Blickwinkel entwickelt. Sie orientiert sich verstärkt an den realen Lebenserfahrungen von Frauen und berücksichtigt deren soziale Zusammenhänge und ökonomische Gegebenheiten. Dies kann hilfreich sein, um Frauen darin zu unterstützen, ein neues Selbstbewußtsein zu entwickeln und verstärkt für sich selbst sorgen zu können.


Klinische Neuropsychologie

Die Klinische Neuropsychologie befaßt sich als spezielles Anwendungsgebiet der Psychologie mit der Diagnostik und Therapie kognitiver (geistiger) und affektiver (gefühlsmäßiger) Beeinträchtigungen nach erworbenen Hirnschädigungen.
Durch Schlaganfälle, Tumore, Aneurysmen ( Erweiterung der Herzwand oder Schlagader) und Hypoxien treten Schädigungen auf, die eine spezielle Behandlung erforderlich machen. Dabei handelt es sich nicht im engeren Sinne um Psychotherapie, da eine organische Störung zugrunde liegt und seelische Probleme nicht im Vordergrund stehen müssen.
Eine Neuropsychologische Behandlung ist immer dann angezeigt, wenn neurologische Erkrankungen zu Beeinträchtigungen des Befindens und Erlebens und/oder einer Veränderung der geistigen Leistungsfähigkeit geführt haben. Hierzu zählen Funktionsleistungen der Wahrnehmung, der Aufmerksamkeit, der Orientierung, des Lernens und Gedächtnisses sowie des Denkens und Problemlösens. Zusätzlich können Probleme im Bereich der Sprache, von Emotion, Motivation, Persönlichkeit und Verhalten auftreten.

Ziel der Therapie ist die Integration des Betroffenen in den Alltag und den Beruf unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Leistungsfähigkeit. In Abgrenzung zum sog. „Hirnleistungstraining“ oder „Gehirnjogging“ wird die neuropsychologische Therapie aufgrund umfangreicher diagnostischer Untersuchungen für jede einzelne PatientIn individuell geplant, durchgeführt und überprüft. Hierbei werden die Ziele des Betroffenen ebenso in die Therapieplanung einbezogen wie die Anliegen und Bedürfnisse von Angehörigen.


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