Goethes Faust II
und was vielleicht in ihr steckt ...


Faust Teil II
(J.W. Goethe)
die letzten 16 Zeilen

  1. Blicket auf zum Retterblick,
  2. Alle reuig Zarten,
  3. Euch zu seligem Geschick
  4. Dankend umzuarten.
  5. Werde jeder beßre Sinn
  6. Dir zum Dienst erbötig;
  7. Jungfrau, Mutter, Königin,
  8. Göttin, bleibe gnädig!

  9. Alles Vergängliche
  10. Ist nur ein Gleichnis;
  11. Das Unzulängliche,
  12. Hier wird's Ereignis;
  13. Das Unbeschreibliche,
  14. Hier ist's getan;
  15. Das Ewig-Weibliche
  16. Zieht uns hinan.

Zeilenweise Kommentare

(sich zufällig dabei reimend)
  1. Heilung allen Menschen, die
  2. arm und schwach erscheinend
  3. Bess'rung suchen - Ironie:
  4. Wandel doch verneinend.
  5. Ihnen bleib' auch fürderhin
  6. gnädig
  7. Mutter, Königin,
  8. ich verbleibe spottend.

  9. Alles...
  10. hat ein Bildverstehn,
  11. ist alltägliches Geschehn,
  12. ganz sich selbst vergottend.
  13. Quer und schräg!
  14. so ist's vollbracht;
  15. was uns lebt,
  16. das ist die Nacht.

Faust II, Ende II
oder:
Ein gereimter Komentar zu
Goethes letzten Worten


Heilung allen Menschen, die
Arm und schwach erscheinend,
Bess'rung suchen - Ironie:
Wandel doch verneinend.

Ihnen bleib' auch fürderhin
Gnädig Mutter, Königin,
Ich verbleibe spottend.

Alles hat ein Bildverstehn,
Ist alltägliches Geschehn,
Ganz sich selbst vergottend.

Quer und schräg!
So ist's vollbracht;
Was uns lebt,
Das ist die Nacht.

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