Geschrieben im Forum "Wissen" 6/96 "AG>" Achim Gyhra "WM>" Werner Mikus Öffentliche Mail (WISSEN) An : Achim Gyhra (CyberCity Aachen) Betreff: Re^4: Bildverstehen (war: Wissen<ge>schafft !) ------------------------------------------------------------------------- Hallo Achim! Im Brief #238 (WISSEN) schrieb Achim Gyhra folgendes zum Thema "Re^3: Wissen(ge)schafft !": WM> AG> Da aber im Prinzip alle Vorgänge im großen und im kleinen WM> AG> Maßstab über unsere Vorstellungskraft hinausgehen... WM> AG> WM> Eine ABSOLUTE Welt können wir uns NATÜRLICH NICHT vorstellen, AG> WM> immer nur eine PERSPEKTIVISCH GANZE Wirklichkeit. Diese, von Dir AG> WM> hier unausgesprochen mit hinein gebracht "absolute Wirklichkeit" AG> WM> ist auch sowieso nicht von Interesse für den Forscher. AG> ich bin mir da nicht so sicher. IMHO ist es das AG> Ziel der Wissenschaft, [...] Welt
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AG> aus allen möglichen Perspektiven zu beleuchten und damit
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AG> ein absolutes Bild zu erschaffen.....
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Dies ist jetzt ein Satz, den ich so oder so verstehen kann.
2 Möglichkeiten gibt es:
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(1) In dieser Version wird Physik und Wissenschaft so gut wie gleichgesetzt. Hier ist die Physik - im hilfreichen Bündnis mit der Mathematik vielleicht - die eine Wissenschaft, die das Absolute zu suchen und tendenziell zu finden hat. SIE ist die EINE Wissenschaft, welche die durch verschiedenste Perspektiven(*) gewonnenen Ergebnisse auf EIN einheitliches (und das heißt dann auch: auf ein WAHRES) Bild von Wirklichkeit zurückzuführen hat. - Zu diesem Verständnis paßt dann auch die Betonung der augenblicklichen Unfähigkeit, ein solches Verstehen der Wirklichkeit im Ganzen hinzukriegen, so als sei dieses also PRINZIPIELL schon möglich, leider aber zur Zeit noch nicht. (*) Anmerkung - Perspektiven/Aspekte: Das Wort "Perspektiven" würde in dieser Version Deines Satzes besser durch Aspekte ersetzt werden, die es innerhalb einer Wissenschaft zu berücksichtigen gilt: So macht es z.B. Sinn von einem Wellen- und einem Teilchenaspekt zu reden. Mit der "Perspektive" einer Wissenschaft (im Ganzen) dagegen, ist schon eher etwas Anderes gemeint und auf etwas umfänglicheres hingedeutet (genaueres später). (2) Jetzt die zweite Version, Deinen Satz zu verstehen: Wissenschaft will in diesem Falle als etwas Perspektivisches verstanden werden: Jede Wissenschaft - soweit sie eben einen eigenen Blick auf die Wirklichkeit "im Ganzen" wirft - legitimiert sich in diesem Falle nicht schon durch das Vorzeigen-können eines ihr eigenen Phänomenenbereichs, durch den sich sich dann etwa zu den anderen Wissenschaften hin abgrenzen kann (nämlich wie von einem Kuchenstück zum anderen), sondern sie erweist sich als eine Wissenschaft erst durch ihren grundlegend *eigenen* und wissenschaffenden Blick auf die Wirklichkeit und zwar auf eine Wirklichkeit im Ganzen (deshalb auch "perspektivisch"). Statt mit einer prinzipiell endlosen Zahl von Bereichswissenschaften hätten wir es dann mit einer Art von "Grundwissenschaften" zu tun. Das wären Wissenschaften die über ein ihr jeweils eigenes und "grundlegendes" Vorurteil von Wirklichkeit verfügen und die zugleich fortlaufend an der Entwicklung der entsprechenden - und zur jeweils "eigenen" Sache dann auch passenden - Methode arbeiten. Eine so verstandene Wissenschafts-Gemeinde würde zusammengenommen natürlich nicht auf der Suche nach der Einen, allein wahren Wissenschaft sein. Sie wäre sicherlich nicht an so etwas Absolutem interessiert. Vielmehr würde sie das "Ganze", für das sie sich natürlich auch interessiert, fassen, als etwas, was prinzipiell sich immer nur als "bildhaft" bzw. PERSPEKTIVISCH "ganz" haben (und verstehen) laßt - Sie würde die Wirklichkeit nicht gerne als etwas verstehen wollen, das zu guterletzt hierarchisch aufgebaut ist, und EINER Ordnung folgt, auch nicht als eine "Welt", die auf das Regiment einer obersten Wissenschaft hin angelegt ist (so wie die Welt im Christlichen Glauben des frühen Mittelalters auf das Wort Gottes hin ausgelegt war und auf die Kirche, die ihr das Wort auslegte). Nietzsche, ein Wegbereiter einer solchen (von ihm nicht nicht unprogrammatisch so genannten) "fröhlichen Wissenschaft" könnte hierfür das folgende Leitwort abgeben haben: "Das ist ja
gerade das Göttliche, daß es nicht nur einen Gott gibt."
*** So! Ich glaube, man hört deutlich, daß mir die zweite Version besser gefällt. Aber! und das ist jetzt sehr wichtig: Ich habe nicht vor, hiermit jetzt eine neue Perspektive auf das Ganze der Wissenschaften gleichsam oben drauf zu setzen - etwa als eine Metatheorie oder Wissenschaftslehre. Es geht mir also nicht darum, wieder eine Ordnung über alle anderen (als die WAHRE Ordnung oder Perspektive) zu stellen. Sondern??? Was hat mein leidenschaftliches Engagement denn sonst zu bedeuten? Ganz einfach: Ich argumentiere parteiisch!! also nicht metamäßig darüberstehend. Ich argumentiere von der Position einer ganz bestimmten *Grundwissenschaft* aus und diese will ich bei der Gelegenheit, nämlich im Zusammenhang mit den Grundwissenschaften "Physik" und "Mathematik" hier auch einmal kurz vorstellen. Wie diese Wissenschaft, von der ich aus denke heißt? - Also warte es noch ein paar Takte ab. Was kann ich also von dem selbst gewählten Standpunkt (3. Grund- wissenschaft) aus über die Wissenschaft(en) im Allgemeinen sagen? wie sieht das unter meinem Blick auf die Wirklichkeit also aus? Kurz und knapp: Die Wissenschaften, sofern sie Grundwissenschaften sind, suchen sich alle ein Bild von der Wirklichkeit gemäß eines eigenen Vorurteils zu machen. Bevor ich das an drei Wissenschaften näher ausführen werde will ich kurz auch schon etwas zu Problemen und Grenzformen der Wissenschaft sagen. Meine bildperspektivische Betrachtungsweise betont zweierlei. 1. die Relativität (wir können in unendlicher Übersetzung quasi alles mit hinein nehmen in ein konkretes perspektivisches Verstehen von Wirklichkeit. Aber wir werden dabei doch immer den Ergebnissen einer anderen Perspektive fremd gegenüberstehen und diese uns nur in der eigenen Übersetzung, verstehend zu eigen machen können. Der 2. Punkt dieses Denkens ist - wie schon erwähnt, die Ausrichtung auf das Ganze: Nichts wird abgeschnitten sondern ALLES wird durch Übersetzung aufgenommen. Klar, daß es jetzt auch zwei große Probleme in der Wissenschaft gibt. Einmal wird versucht, sich diese Arbeit des totalen Übersetzens zu ersparen mit der Gefahr eines Fachidiotentums: Wissenschaft versteht sich dann nicht mehr über einen *transfigurativen* (also perspektivischen) Gedanken sondern wird durch eine FORMALE KLAMMER und durch das punktförmige Einsetzen erprobter Verfahren gemanagt. Die andere Gefahr ist die, daß EINE Perspektive für DIE wahre gehalten wird und! - womöglich geschieht das noch völlig unreflektiert, also ohne so recht darum zu wissen. Zwischengedanke hierzu: Magie ohne! die Lüge der Wahrheit wo finden wir das (frei nach Adorno)? In der Kunst. Stoßseufzer: Das müßte die Wissenschaft der Kunst vielleicht noch ablernen!!! Doch weiter: Die Wissenschaft, von der aus ich das alles hier denke, bringt also das Ganze und das Relative zusammen im Bild des Bildperspek- tivischen. Es gibt Probleme nach der einen Seite (Vollständiges Übersetzen) sowie nach der anderen Seite hin (Endlichkeit und Relativität). Diese Probleme zeigen sich z.B. auch in den verschiedenen hier so leidenschaftlich diskutierten Threads des Wissen-Forums. Das Beispiel von drei Grundwissenschaften: ========================================== Die Physik: ----------- Sie sucht Wirklichkeit zu erfassen als das Verhältnis von Qualitäten und Bewegung. Alles wird verstanden als Qualität, die auf Bewegung zurückgeführt werden will oder als Bewegung, die sich in Qualität verwandelt (Qualitätswechsel). Bestimmte Qualitäten lassen uns bestimmte Bewegungen verstehen und Ortsveränderungen z.B. beschreiben Wirkungen (also die Qualität) eines Raumes (oder eines Feldes). Mal was ganz einfaches: Wärme (Qualität) übersetzt der Physiker auf Bewegungsvorgänge hin. Impuls (Qualität) läßt Vorhersagen über eine Bewegung zu. Teilchenbeschuß (Grenzfälle der Bewegung, "Kollisionen" und das Entstehen neuer Qualitäten). Die Mathematik: --------------- Ihr geht es um das Verhältnis von System und formalisierender Beschreibung. Alles wird verstanden als formalisierende Beschreibung. Eine fallende Kugel wird für den Mathematiker z.B. zu einer (quadratischen) Kurve, die die fallende Kugel auf seiner Bahn (gleichsam formalisierend) beschreibt. Systeme von operationalen Größen (hier belehrt uns die Gruppentheorie und die formale Logik) bringen sich eben in formalisierenden Beschreibungen zum Ausdruck! Es läßt sich also von den Beschreibungen auf Systeme und von Systemen auf die angemessenen Formalisierungen (formalisierende Beschreibungen) rückschließen. Die Bildanalytik (Bildverstehen): ------------------------------------------ - Psychologie im überindividuellen Sinne - Die Bildanalytische Psychologie (der Tiefenpsychologie am nächsten verwandt) übersetzt alle Wirklichkeit in (1) Bilder als *Ausdrucksbildungen* VON und in (2) Bilder als *Gleichnisse* FÜR etwas: "Bild" kann "Ausdrucksbild" von etwas anderem meinen, ebensogut aber auch "Definition" eines konkreten Ganzen und "Formel" für einen inneren Zusammenhang. (1) Verschiedenste "Ausdrucksbildungen", die in ein und derselben Sache zusammenkommen, gehen also nach gewissen Regeln über in einen (2) GLEICHNISHAFTEN Zusammenhang (und umgekehrt). Ein entstandenes Bild (Gleichnis) z.B., was beschreibt wie alles zusammenhängt, ist "bei anderer Gelegenheit", vielleicht ganz und gar nicht *Formel* für ein eigenes Ganzes, sondern (und das ist die andere Entwicklungsrichtung) vielmehr Ausdrucksbild(ung) für etwas, das auf einen ganz anderen und in diesem Zusammenhang gleichsam fremden "Zusammenhang" hinweist. Eine Grundsatz der bildanalytischen Wissenschaft lautet: "Verstehen ist Verdrehen". Die Wissenschaft sucht demnach weniger das Neue, Unverstandene in etwas schon Bekanntes zu übersetzten, wichtiger ist es ihr, immer wieder ein Staunen herzustellen: Verstehen ist immer das VERDREHEN eines naheliegenden ERSTEN VERSTEHENS. Im Mittelpunkt steht also das Überraschende, das Unerwartete, das "überwundene *erste Verstehen*". Wir sagen von bestimmten Dingen, daß sie sich verstehen, obwohl sie natürlich keinen Verstand besitzen: Sie funktionieren aber nach einem Bild. In diesem Sinne haben eben auch Dinge ein bildhaftes "Sich-Verstehen". Es ist naheliegend, daß im Bereich des menschlichen Erlebens und Verhaltens diese Gesetzte sehr schön zu studieren sind, aber eben nicht nur da. Deshalb geht es also in der Bildanalytik nicht um Psychologie in dem bekannten, aufs Erleben und Verhalten hin verengten Sinne. Kurz: Wenn die "Wissenschaft vom Bildverstehen" (Synonyme: die bildperspektivische Wissenschaft, die Bildverstehenslehre) mit Psychologie zusammengebracht wird dann muß man sich dabei eine Psychologie im überindividuellen Sinne denken, eine Wissenschaft, die sich nicht formal, durch den Ausschnitt einer Wirklichkeit (hier also durch den Bereich: Erleben und Verhalten) definiert, sondern durch eine eigene Perspektive auf das Ganze (wie oben schon inhaltlich dargelegt). Von dieser bildperspektivischen Wissenschaft aus hat jede Wissenschaft also ihr eigenes Bildverstehen, gleichsam arbeiten die Wissenschaften alle an einer Art eigenem Gleichnis vom Ganzen. Das bedeutet aber: Jede Wissenschaft muß innerhalb ihrer eigenen Perspektive Stimmigkeit und Verstehen herstellen. Auch wenn sich etwas nicht versteht kann das ja in einem umfassenden Sinne wieder stimmig und damit verstehbar sein. Kurzum: Die Rede davon, daß etwas aus Prinzip nicht verstehbar sei, gilt innerhalb einer Wissenschaft nicht. Es sei denn, das werde in einen größeren Zusammenhang wiederum als etwas Verstehbares einbezogen. Nur zwischen den alternativen Perspektiven (also Gleichnissen) der unterschiedlichen Grundwissenschaften gibt es keine Kontinuität im Verstehen. Genau hier, also gleichsam zwischen den (Grund-)Wissenschaften ist es nun angemessen, vom prinzipiell Nichtverstehbaren zu sprechen. Zum Problem Welle/Teilchen: Welle und Teilchen sind zum Beispiel 2 Aspekte innerhalb einer Perspektive. Das beschreiben die beiden Schüler de Broglies J. Andrade e Silva und G. Lochak sehr schön am Beispiel der von de Broglie in seinen letzten Jahren entwickelten Theorie einer "Thermodynamik des isolierten Teilchens" (klingt schön paradox, was?). Also wenn Interesse besteht, poste ich hierzu ein Kurzreferat. Vorgeschmack: (de Silva und Lochak, so wie de Broglie gehen von einem immerzu!! existierenden "Teilchen" aus, das als Wellenpaket auf einer Trägerwelle sitzend, mit der es "in Phase" ist!! gleichsam durch die Gegend "geführt" wird - und deshalb auch merkwürdige, fern von ihr stattfindende Störungen "hellseherisch" und gleichsam vorwegnehmend in seinen Bewegungen zu berücksichtigen vermag (folgt es doch dem, durch mancherlei Störung geprägten Wellenmuster der Trägerwelle, wie dem Wellenmuster einer Wasserwelle, die ja auch den in der Ferne störenden Baumstamm z.B. auf den schwimmenden Korken schon einwirken läßt bevor noch der Korken in seine Nähe kommt). Ich fragte deshalb in meiner letzten mail: AG> WM> Warum soll es denn KEIN Gleichnis (kein Bild also)geben AG> WM> das GENAU DIESES PHÄNOMEN, nämlich das der *doppelten Logik* AG> WM> (Welle/Teilchen) angemessen beschreibt?? AG> Ich könnte mir diesen Sachverhalt nicht vorstellen. Es bleibt mir AG> verschlossen, egal wie ich es drehe oder wende, kein Modell würde AG> passen [...] AG> Solche Vorstellungen kommen einem leicht in den Sinn, damit lassen AG> sich aber weder die teilchen- noch die wellenspezifischen Aspekte AG> erklären. Auf de Broglie eingehend schreibst Du: AG> [schnipp].........Die Quantenmechanik hat z.B. tatsächlich die AG> Brücke zwischen Welle und Teilchen geschlagen, allerdings auf rein AG> mathematischer Ebene. Vorstellen können wir uns diese Formeln AG> allerdings nicht. Wie sollen wir auch ? Wir sind nie solch einem AG> Phänomen in unserer Umgebung begegnet. *)s.u. De Broglie und seine Schüler entwickelten ein solches Bild. Im Übrigen: Warum sollte die Physik nur die Mathematik als Hilfswissenschaft gebrauchen und nicht gelegentlich auch die bildanalytische Psychologie. Welle und Teilchen -Gegensatz. Natürlich sind wir einem solchen Phänomen schon einmal begegnet, begegnen wir ihm sogar täglich: Menschliche Haltungen im Verhältnis zu den konkreten Taten (in denen diese Haltungen ja leben), geben hierfür das Beispiel ab. Eine Haltung lebt nur! in den Taten, sie ist das Bild derselben. Analogie Haltung=Welle, Taten=Teilchen. Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Die Haltung eines bestimmten Menschen soll durch "Zuverlässigkeit" gekennzeichnet sein. Zuverlässigkeit ist dann eine Eigenschaft die sich bei diesem Menschen von Fall zu Fall in Taten und Handlungen zeigt und die diesen Menschen in seiner Haltung dabei auch in besonderem Maße kennzeichnet. Das ist jedenfalls das Ergebnis desjenigen, der zu dieser Haltungskennzeichnung gekommen ist. Nun finden wir viele vertraute Phänomene wieder, die wir bei der Arbeit mit den Wellen und dem Teilchenaspekt zugleich machen. Auf die Haltung und auf Taten bezogen zeigt sich: Es läßt sich zu einer bestimmten Stunde nicht mit Bestimmtheit voraussagen, ob der Betreffende diese seine Haltung (durch eine sichtbare Handlung z.B.) zum Besten geben wird oder nicht. Sicher ist nur, DASS er solche Handlungen produzieren wird. Wir können auch Bedingungen formulieren, unter denen es weit wahrscheinlicher ist, daß er eine solche Handlung produziert als daß er es nicht tut. Außerdem können wir jetzt mehr die Makroperspektive wählen (also etwa auf den Lebenslauf eines solchen Menschen schauen) oder die Mikroperspektive (wenn wir uns z.B. den Ablauf typischer Entscheidungen anschauen, die zur Sorte Zuverlässigkeit als Ausdrucksbildung gehören). Im ersteren Falle werden wir feststellen, wie treffsicher unsere Prognosen sind - im zweiten Falle werde wir auf eine völlige Überdeterminiertheit hin abgelenkt. Schließlich will, je genauer wir hinschauen uns die einzelne Handlung gar nicht mehr determiniert erscheinen durch die besagte Haltung sondern durch 1000erlei anderer Zusammenhänge. Wir können sagen, die bestimmte und als in bestimmter Weise determiniert gedachte Handlung entsteht geradezu erst durch unseren Eingriff - sprich durch unsere Art des Hinsehens (im weiten Sinne). Diese Analogien jetzt nur mal so schnell dahin geschrieben... Es ließe sich noch einiges durch solcherart Vergleich beleuchten und in Bewegung bringen. Was ich mit den Eselsbrücken meinte ist ganz einfach jetzt zu verstehen. So was macht man sich zurecht, wenn es einem noch nicht gelungen ist, ein Bild, was alles trägt, was es zu verstehen gibt, zu finden. Wenn man darum weiß, daß es nur ein formales Bild ist, ist es gut. So sind in der Physik viele Bilder nur formale Stützen. Das Tunneln scheint mir auch so ein Bild. Es wird hier ausgehend von der mathematischen Grafik, quasi eine Art Tunnel sich gedacht, die durch einen Wellenzug (Amplitude) geht wie der Gotthardtunnel durch den Gotthard eben. Es wird also die formalisierende Beschreibung auf ein bestimmtes System zusammenhängender Größen gleichsam bildhaft kommentiert - und zwar witzig (auch typisch für die Physiker - Quarks mit Geschmack lassen grüßen). Zum Verstehen auf die Fragen Bewegung und Qualität hin trägt dieses Bild allerdings gar nichts bei. Ist auch nicht schlimm - aber warum versuchen wir das nicht auch? Ich stelle grade fest, daß dieser Brief alle Nettiketten sprengt. Ich werde ihn deshalb jetzt abrupt beenden und später fortsetzen. Hätte aber nichts gegen reichlich Kommentare von Euch, Werner /| __ __ /\ /\ Read you later / | / \ /o_)< / \/ \ W.Mikus@psf.net __\ |/ /\ \/ /___ / /\ /\ \_ ____Werner.Mikus@netcologne.de_______ \__/ \__/ (_/ \/ \_/ Fax:(02233)922129 Tel.(..)/922128 |
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